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Wareneinsatz berechnen: Formel, Quote und Rechenbeispiel für die Profiküche

So berechnen Sie den Wareneinsatz für einen Zeitraum und pro Portion, ermitteln die Wareneinsatzquote und leiten daraus einen Verkaufspreis ab – mit Rechenbeispielen und den häufigsten Fehlern.

Veröffentlicht am
Von
Marcel Philipp Goraus

Der Wareneinsatz ist eine der wichtigsten Kennzahlen jeder Küche. Er zeigt, was die verkauften Speisen und Getränke an Waren gekostet haben – und damit, ob Ihre Preise zu Ihren Einkaufspreisen passen. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie ihn für einen Zeitraum und für eine einzelne Portion berechnen, was die Wareneinsatzquote aussagt und wie Sie daraus einen Verkaufspreis ableiten.

Was ist der Wareneinsatz?

Der Wareneinsatz ist der Wert der Waren, die in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich verbraucht wurden – bewertet zu Einkaufspreisen, netto. Er ist nicht dasselbe wie der Einkauf: Was Sie im Monat einkaufen, liegt teilweise noch im Lager, und umgekehrt wurde Ware aus dem Vormonat verbraucht.

In der Praxis gibt es zwei Blickwinkel:

  • Für einen Zeitraum (Monat, Quartal, Jahr): Was hat der Betrieb insgesamt an Waren eingesetzt?
  • Pro Portion: Was kosten die Zutaten eines einzelnen Gerichts? Das ist die Grundlage jeder Rezeptkalkulation.

Wareneinsatz für einen Zeitraum berechnen

Die Formel lautet:

Wareneinsatz = Anfangsbestand + Wareneingang − Endbestand

Anfangs- und Endbestand ermitteln Sie durch eine Inventur, den Wareneingang aus Ihren Lieferantenrechnungen. Alle Werte rechnen Sie netto, also ohne Umsatzsteuer. Erfassen Sie Personalverpflegung oder Eigenverbrauch getrennt, ziehen Sie diese zusätzlich ab.

Ein Rechenbeispiel mit Beispielzahlen für einen Monat:

PositionBetrag (netto)
Anfangsbestand laut Inventur4.200,00 €
+ Wareneingang im Monat18.600,00 €
− Endbestand laut Inventur3.800,00 €
= Wareneinsatz19.000,00 €

Die Wareneinsatzquote

Für sich allein sagt der Wareneinsatz wenig. Aussagekräftig wird er im Verhältnis zum Umsatz:

Wareneinsatzquote = Wareneinsatz ÷ Nettoumsatz × 100

Hat der Betrieb aus dem Beispiel im selben Monat 62.000 € netto umgesetzt, liegt die Quote bei 19.000 € ÷ 62.000 € × 100 = 30,6 %. Von jedem Euro Umsatz gingen also rund 31 Cent in die Ware.

Eine allgemeingültige „richtige“ Quote gibt es nicht: Sie hängt von Betriebsart, Angebot und Preisniveau ab. Wichtiger als ein Vergleichswert von außen ist die Entwicklung im eigenen Betrieb. Steigt die Quote von Monat zu Monat, lohnt sich ein Blick auf Einkaufspreise, Portionsgrößen, Schwund und Verkaufspreise.

Wareneinsatz pro Portion berechnen

Für ein einzelnes Gericht addieren Sie die Kosten aller Zutaten: Menge mal Einkaufspreis je Einheit. Entscheidend ist dabei die Ausbeute. Brauchen Sie 200 g geschälte Kartoffeln und bleiben nach dem Schälen 80 % übrig, kalkulieren Sie 250 g Rohware (200 g ÷ 0,8).

Ein Beispiel mit Beispielpreisen:

ZutatMengeEinkaufspreis (netto)Kosten
Kartoffeln (Rohware für 200 g geschält)250 g1,20 € / kg0,300 €
Hähnchenbrust160 g12,50 € / kg2,000 €
Sahne0,05 l3,80 € / l0,190 €
Butter15 g9,60 € / kg0,144 €
Kräuter und Gewürze (pauschal)––0,250 €
Wareneinsatz pro Portion2,88 €

Gerechnet wird mit den genauen Werten, gerundet wird erst am Ende auf volle Cent. Wer jede Zeile einzeln rundet, sammelt über viele Zutaten kleine Differenzen an.

Vom Wareneinsatz zum Verkaufspreis

Ein einfacher Weg ist die Rechnung über eine Ziel-Wareneinsatzquote: Verkaufspreis (netto) = Wareneinsatz pro Portion ÷ Ziel-Quote. Bei 2,88 € und einer Ziel-Quote von 30 % ergibt das 2,88 € ÷ 0,30 = 9,60 € netto, zuzüglich der geltenden Umsatzsteuer.

Genauer wird es, wenn Sie nicht nur die Ware, sondern die Selbstkosten betrachten: Wareneinsatz plus Personal- und Gemeinkosten. Auf die Selbstkosten rechnen Sie dann entweder eine Marge oder einen Aufschlag – und das ist nicht dasselbe:

  • Aufschlag: wird auf die Selbstkosten aufgeschlagen. 41 % Aufschlag auf 11,74 € Selbstkosten ergeben 16,55 €.
  • Marge: ist der Anteil des Verkaufspreises, der übrig bleibt. 41 % Marge auf 11,74 € Selbstkosten ergeben 19,90 €.

Wer beides verwechselt, kalkuliert schnell mehrere Euro pro Gericht zu niedrig.

Häufige Fehler beim Wareneinsatz

  • Brutto und netto gemischt: Einkaufspreise, Bestände und Umsatz gehören alle netto in die Rechnung.
  • Ausbeute vergessen: Schäl-, Putz- und Garverluste machen Zutaten deutlich teurer, als der Kilopreis vermuten lässt.
  • Veraltete Einkaufspreise: Eine Kalkulation mit den Preisen vom letzten Jahr zeigt nicht, was ein Gericht heute kostet.
  • Fehlende Preise als null gerechnet: Eine Zutat ohne Preis macht ein Gericht auf dem Papier billiger, als es ist.
  • Zu früh gerundet: Erst am Ende runden, nicht bei jeder Zutat.
  • Nur auf die Ware geschaut: Der Wareneinsatz ist nicht der Selbstkostenpreis – Personal- und Gemeinkosten kommen hinzu.

Wareneinsatz mit CulinaryCube

CulinaryCube kalkuliert jedes Rezept mit den Einkaufspreisen, die am gewählten Tag gültig sind, je Lieferant. Personal- und Gemeinkosten kommen so hinzu, wie Sie kalkulieren, und Sie sehen den Verkaufspreis für Ihre Wunschmarge oder Ihren Aufschlag. Ein fehlender Preis wird als Lücke angezeigt, nie geschätzt, und gerechnet wird mit exakten Dezimalzahlen, gerundet einmal am Ende.

Mehr dazu auf der Seite zur Rezept- und Speisenkalkulation – oder sehen Sie es sich in einer persönlichen Demo an.

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